Zero Waste, zero Ausreden!

Posted on 7 min read

10 Gewohnheiten, die leicht in den Alltag zu integrieren sind…. und die tatsächlich einen Unterschied machen!

Ein Lebensstil ohne Verschwendung klingt wie ein Traum, ist beeindruckend, inspirierend und vor allem…. sollten wir ihn alle übernehmen – selbst wenn es nur teilweise ist. Denn wir sind Gewohnheitstierchen und neue Gewohnheiten in unser Leben zu bringen, kann sehr schwer fallen. Was, wenn wir es falsch machen? Keine Sorge, das wird schon! Und nicht vergessen: Rom wurde auch nicht an einem Tag gebaut. Der Wille zur Veränderung ist der erste Schritt, die anderen folgen mit Hilfe unseren zehn Tipps auch ganz schnell.

Man muss nicht sein ganzes Haus auf den Kopf stellen, den gesamten Kleiderschrank loswerden, um die gleiche Kleidung in einem Secondhand-Laden zu kaufen, oder einen ganzen Haufen Einmachgläser bei Ikea kaufen…. Mit diesen zehn Tipps sollen ganz allmählich und im eigenen Tempo neue Gewohnheiten in den Alltag integriert werden. So kann jeder nach seinem eigenen Mass dazu beitragen, den Planeten zu retten und die eigenen Ausgaben sowie die Belastung durch Chemikalien zu reduzieren.

Genug geredet, los geht’s!

1. “Ich werde dem einen treu bleiben – ein Leben lang!”

Es sind keine wissenschaftlichen Erkenntnisse oder langwierigen Studien erforderlich, um zu dem Schluss zu kommen, dass eine wiederverwendbare Kaffeetasse oder eine Wasserflasche sinnvoll sind, um unseren Abfall zu reduziert. Mal wieder in der Schlange bei Starbucks oder McCafe? Einfach auf den Pappbecher und den Plastikdeckel verzichten und den eigenen Becher befüllen lassen – ist nicht nur umweltschonend, sieht auch noch verdammt verantwortungsbewusst und cool aus!

Das gleiche gilt für die Wasserflasche zum Auffüllen (am besten aus Aluminium oder Glas) – nie mehr “noch schnell eine Flasche Wasser kaufen” und eine weitere PET-Flasche zum wegwerfen haben.

2. Frischhaltefolie ist Mist

Keine Plastikfolie mehr! Es wird über einen Teller gespannt, der noch am selben Abend serviert wird – und die Folie landet nach einer sehr kurzen Lebensdauer im Müll. Armes Ding!

Die Lösung? Bienenwachs-Tücher! Bitte was für Dinger? Klingt kompliziert, ist aber super einfach: Die Tücher halten Lebensmittel auf natürliche Art und Weise frisch und passen sich perfekt an. Nach Gebrauch einfach reinigen und wiederverwenden. Und wieder. Und wieder…

  • Es gibt bereits fertige Bienenwachs-Tücher zu kaufen
  • Für die Heimwerker gibt es hier ein Rezept für die Herstellung eigener Bienenwachstücher. Saubere Baumwolltücher, reines Bienenwachs und ein Bügeleisen – fertig!

3. Ich niese in ein Taschentuch… aus Tuch!

Für unsere Grosseltern war es selbstverständlich: Ein Stück Stoff in der Tasche reicht aus, um Heuschnupfen oder eine Erkältung im Winter in den Griff zu bekommen. Kein Bedarf an grossen, in Plastik verpackten Taschentuch-Packungen in der Tasche, keine Ausgaben, um ständig neue zu kaufen und kein Abfall trotz laufender Nase.

Ein Quadrat aus Stoff, und fertig! Diese Opa-mässig anmutende Angewohnheit scheint verschwunden zu sein, dennoch sind die Stoff-Taschentücher auch heute sehr einfach zu finden – man muss nur danach schauen. So einfach kommt man an die Tücher:

  • Direkt von Produzenten kaufen, die ethisch einwandfrei arbeiten.
  • Für die Nähmaschinenprofis: Einfach eigenen Tücher kreieren! Hier ist eine einfache Schritt-für-Schritt-Anleitung.
  • Die Grosseltern mit Kulleraugen anschauen und um ein Stofftaschentuch bitten.

4. Meine Damen, ihr werdet eure Tasse lieben!

Nein, es geht nicht um einen wiederverwertbaren Kaffeebecher. Biel besser: Eine Menstruationstasse.

Hast du dich jemals gefragt, was alles in einem Tampon oder einer Damenbinde steckt? Es stellte sich heraus, dass diese Informationen praktisch unmöglich zu finden sind, unter dem Deckmantel des “Geschäftsgeheimnisses” (Gubri, 2017). Im Jahr 2016 enthüllte die Zeitschrift “60 million consumers”, dass sich in vielen Tampons und Binden Rückstände von toxischen Produkten (z.B. Dioxine) und Pestiziden (z.B. Glyphosat) befinden! (Gubri, 2017)

Es gibt drei Alternativen, die nicht nur gesund sondern auch kostengünstig und abfallfrei sind:

  • Waschbare Damenbinden: Sie sind in Apotheken, Bioläden und sogar in Grossverteilern erhältlich. Durch die Verwendung eines dieser kleinen Stoffstücke können 300 Damenbinden ersetzt werden.
  • Menstruationshöschen sind nicht nur praktisch und ökologisch, sondern oft auch elegant und diskret. Keine Verunsicherung mehr durch eine Damenbinde, keine unangenehme Plastikfolie mehr, keine gefüllten Mülleimer mehr!
  • Und natürlich gibt es noch die …. (Trommelwirbel) Menstruationstasse! “Fantastisch, grossartig, wunderbar, bequem, beruhigend…. für mich ist die Tasse alles! “gibt Fanny Desfray zu, Redakteurin des Blogs “En Vert Et Contre Tout”. Die “Fédération Romande des Consommateurs” schreibt über die Menstruationstasse: “Unabhängig davon, ob sie im Sitzen, Liegen und sogar Laufen getestet werden, können keine Lecks festgestellt werden. Das Überraschendste ist, dass sie es verstehen, sich fast unsichtbar zu machen: Man spürt sie nicht oder kaum.” Ziemlich überzeugend, nicht wahr?

Durch diese neue Art, die Menstruation zu (er)leben, wird der Kontakt mit giftigen Substanzen vermieden und verhindern auch das Risiko eines toxischen Schocks.

5. Make-up auf die bestmögliche Weise entfernen

Eine einfache Aktion: Einweg-Wattepads durch waschbare Wattepads ersetzen! Benutzen, waschen, wieder benutzen, waschen und so weiter.

Diese “Wattepads” sind leicht in Bio- oder Kosmetikgeschäften zu finden, können aber auch selber hergestellt werden von allen die gerne selbst basteln und wissen, wie man mit Garn und Nadel umgeht.

6. Festes Shampoo…. her damit!

Hausgemacht, in einem Grossmarkt oder einer spezialisierten Boutique gekauft, ist festes Shampoo ideal, um Kunststoffbehälter zu vermeiden. Ein Shampoo hier, eine Spülung dort…. sind das nicht ganz schön viele Flaschen in der Dusche?

Ein tolles Rezept zum Shampoo selber herstellen ist hier.

7. Ich brauche nur Öl –  ätherisches Öl.

Es ist durchaus möglich, bestimmte chemische Inhaltsstoffe durch ätherische Öle zu ersetzen. Tatsächlich können sie für die Herstellung von hausgemachten Haushaltsprodukten verwendet werden und dazu verwendet werden, bestimmte Medikamente in der hauseigenen Apotheke zu ersetzen.

Wir haben einige Rezepte zusammengestellt, um eigene Reinigungsprodukte aus ätherischen Ölen herzustellen. Dadurch wird die Umwelt, die Haut und der Geldbeutel geschützt.

8. Ich bin ein Superheld mit einem super Zero-Waste-Set!

Ob im Büro oder draussen, die Sonne geniessen: Die gerade gelernten guten Gewohnheiten können auch hier angewandt werden. Aber wie? Mit dem super Zero Waste-Kit für den Superhelden, der du bist!

“Draussen zu essen ist oft unsere grösste Abfallquelle. Ist ja egal, wir nehmen es nicht mit nach Hause, es zählt also gar nicht…” schreibt Camille in ihrem Artikel “Le kit du citadin Zero Waste”. Sie erklärt, wie man ein minimalistisches Zero Waste Kit zusammenstellt. Alles, was wir jetzt tun müssen, ist, es überallhin zu bringen!

  • Ein Tuch: zum Abwischen des Gesichts, zum Schutz der Kleidung, zum Verpacken von trockenen Lebensmitteln.
  • Ein Snack-Beutel (zum Beispiel aus einem Bienenwachstuch): ideal zum Sandwich einpacken.
  • Ob Kunststoffbox, Bambusbox oder Aluminiumbox, es gibt sogar klappbare Silikonboxen, um den Platzbedarf zu minimieren.
  • Besteck…. keine Plastikgabel oder Messer!
  • Ein Stoffbeutel: ideal für improvisiertes Einkaufen. So muss keine Plastiktüte mehr an der Kasse gekauft werden.
  • Eine Wasserflasche.

Aber… wie gewöhnt man sich daran, das alles dabei zu haben?

” (….) Ihr Kit muss ein wesentlicher Bestandteil Ihres Lebens werden, wie Ihre Schlüssel und Ihre Brieftasche. Wenn ich morgens aufbreche, überprüfe ich 3 Dinge: mein Handy, meine Brieftasche und mein ZW (Zero Waste) Kit! ” erklärt Camille in ihrem Artikel.

9. Unendlich coole Apps, die mir jeden Tag helfen.

Es gibt eine grosse Anzahl an Apps, die helfen, den Übergang zu einem Zero Waste oder natürlichen Lebensstil zu erleichtern. Hier ist eine Auswahl:

  • Too good to go: Das ganze Prinzip von Too Good To Go basiert auf einem Überraschungskorb, der aus den unverkauften Artikeln des Tages von Produzenten in Ihrer Nähe besteht. Unverkaufte Produkte sind tagesfrisch, die der Ladenbesitzer am nächsten Tag nicht mehr verkaufen kann, wie etwa Gebäck oder Tagesgerichte.
  • Zero Waste Objective (Android, iOS): Diese App funktioniert wie ein persönlicher Coach, der durch bestimmte Herausforderungen führt. Durch das Erfüllen von Missionen sieht man den eigenen Fortschritt in ein Leben ohne Verschwendung.
  • Go green challenge (Android, iOS): Diese unterhaltsame App bietet wöchentliche und tägliche Aufgaben, um die eigenen Kenntnisse und Gewohnheiten zum Thema Umweltschutz zu verbessern. Hier gibt es viele Ratschläge und Informationen zum Thema Ökologie und Umwelt im Allgemeinen. (Maiwenn)
  • Code Check (Android, iOS): Code Check liest Barcodes auf Kosmetika und Lebensmitteln und zeigt die einzelnen Komponenten vollständig transparent an. Neben der Zusammensetzung der Produkte zeigt diese App auch eine Einschätzung der gesundheitlichen Auswirkungen der Inhaltsstoffe.

Und natürlich wäre da noch Ecosia, eine alternative Suchmaschine, die für jede Suche Bäume pflanzt. Ecosia ist bestrebt, Bäume auf der ganzen Welt mit dem Geld, das durch dieSuchanfragen generiert wird, zu pflanzen und gleichzeitig Ergebnisse zu liefern, die so genau sind wie bei anderen Suchmaschinen. Ein ökologisches Google? Ganz genau!

10. Tägliche Entscheidungen

Die Art und Weise der Ernährung kann einen grossen Einfluss auf die Abfallproduktion, die Auswirkungen auf die Umwelt, die eigenen Ausgaben und auf die kleinen, lokalen Produzenten haben.

Warum nicht für ein paar Tage auf Supermärkte verzichten? Warum nicht öfter in einen Wochenmarkt gehen? Warum nicht saisonales Obst und Gemüse essen? Lokales Obst und Gemüse, das keine Grenzen überschritten hat? Warum nicht mal die Produzenten treffen, die unsere Lebensmittel hergestellt haben? Warum nicht Vegetarier oder Veganer werden?

Ja, Essen wirft viele Fragen auf und jeder tut, was er kann und was er für richtig hält. Aber wäre nicht schon der erste Schritt, sich der aktuellen Situation bewusst zu werden und sich bewusst zu werden, dass wir uns ändern können?

What do you think?

Your email address will not be published. Required fields are marked *

4 × three =

No Comments Yet.